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Eines der großen Geheimnisse im Leben des englischen Schriftstellers Edward Morgan Forsters ist der erstaunliche Umstand, warum er nach der Veröffentlichung von "A Passage to India" 1924 über 40 Jahre lang keinen weiteren Roman mehr publizierte. Erst nach seinem Tod 1970 erschien postum sein schwuler Roman "Maurice", den Forster bereits 1914 abgeschlossen und in seinen letzten Lebensjahren noch einmal überarbeitet hatte.
Dieses Geheimnis hat Wendy Moffat in ihrer neuen, spektakulären Forster-Biografie jetzt gelüftet: Forster widmete sich seinem Privatleben. Moffat hatte erstmals Zugriff zu den Tagebüchern Forsters, die bis 2008 im Cambridger King's College unter Verschluss lagen - und das private Leben, das schwule Leben des Autors liegt jetzt offen vor. Forster führte seit frühester Jugend Tagebuch, notierte erotische Fantasien und sexuelle Erlebnisse, Beziehungen wie die mit dem Jungen Ägypter Mohammed el-Adl während des Ersten Weltkriegs - und die Geschichte seiner großen Liebe, die ihn 50 Jahre lang mit dem Polizisten Bob Buckingham verband. Forster selbst notiert in seinem Tagebuch, dass ihn das Sexleben schlicht davon abgehalten habe, mehr zu schreiben und noch berühmter zu werden...
Moffat räumt dem Sex und der Liebe in ihrer Biografie so viel Raum ein, dass Leo Robson in seiner insgesamt positiven Kritik im "New Statesman" (4.6.2010) meint, Moffat sei so sehr an den "details of his sexual history" interessiert gewesen, dass sie das Werk Forsters nahezu vernachlässigt habe.
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