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Jörg Juretzka hat für seinen Privatdetektiv Kryszinski eine einfache Welt geschaffen. Der Held selbst sieht sich irgendwo zwischen Phillip Marlowe und Dirty Harry. Polizisten sind entweder Paragraphenreiter oder korrupt. Und Kinder haben zu machen, was Erwachsene ihnen sagen. So zumindest die 10-jährigen Zwillinge Yves und Jean, denen Kryszinski bei seinem vierten Fall begegnet. Eine Einbruchserie in einer Neubausiedung soll er aufklären. Die beiden "Lausbuben" machen sich sofort verdächtig und werden von ihm ausgiebig verhört und schikaniert. Als er das Diebesgut in ihrem Besitz findet, scheint der Fall aufgeklärt. Die Jungs werden dem Jugendamt übergeben und zu einer dubiosen Pflegefamilie in die Niederlande verfrachtet. Da sich aber der Stiefvater an all dem seltsam desinteressiert zeigt, entwendet Kryszinski kurzerhand dessen Computer und findet Nacktbilder der Jungen. Die Verbindung zu organisiertem Kinderhandel und Kinderschänderringen ist schnell hergestellt und ehe Kryszinski sich versieht, muss er das Leben der Zwillinge retten. Ein explosiver Showdown und Kindersoldaten inklusive. Das Ganze ist flott geschrieben und spannend zu lesen, ohne Frage, aber so konstruiert und klischeehaft wie eine Vorabendserie im dt. Privatfernsehen. Am Ende ist die Welt Kryszinskis wieder genauso einfach wie zu Beginn: Justiz und Jugendämter waren so korrupt wie erwartet und die höchsten Tiere waren die größten Schweine. Und aus den durchtriebenen Bengeln sind naive, schutzbedürftige kleine Kindern geworden, denen immer noch jeder Erwachsene sagen darf, was sie zu tun haben.
Verlagsinfo:
Die letzte Nachricht des Hausmeisters lautet: »Pass bloß auf die beiden Zwillinge auf« - eine Warnung? Tatsächlich scheinen die Rotzlümmel Yves und Jean hinter den Diebstählen zu stecken. Überführt und in ein Kinderheim gesteckt, gelangen sie von dort verdächtig schnell nach Luxemburg in die Familie eines reichen Diamantenhändlers. Aber die Idylle trügt, und Kryszinskis Fall beginnt so richtig, als er den Jungs nach Echternach folgt und einem Kinderschänderring auf die Schliche kommt, der sich bis in höchste Kreise erstreckt. Keine Frage, dass sich jetzt Kultermittler Kryszinski nicht mehr mit ungewöhnlichen Ermittlungspraktiken zurückhält ... |